Die Wachteln


In einem indischen Dorf war Markt auf dem viele Waren angeboten wurden. Ein Bauer verkaufte Wachteln. Er hatte jedem Vogel eine Schnur um ein Bein gelegt. Die anderen Enden der Schnüre waren zum Ring gebunden, der in der Mitte lag und von einem Stab festgehalten wurde. Die Wachteln marschierten so angebunden trübselig im Kreis umher wie Maultiere in der Mühle.

Ein frommer Brahmane, der überzeugt war, dass man Ehrfurcht vor dem Leben haben müsse, erkundigte sich nach dem Preis für die Wachteln und sagte dann zu dem Verkäufer: Ich möchte sie alle kaufen!
Der Kaufmann war überaus erfreut. Nachdem er sein Geld eingesteckt hatte, sagte der Brahmane: Jetzt möchte ich ihnen die Freiheit schenken. Schneiden Sie ihnen die Schnüre von den Füßen und lassen Sie sie los. Mit seinem Messer zerschnitt der Bauer die Schnüre an den Beinen der Wachteln und ließ sie frei.

Was geschah? Die Wachteln marschierten weiter im Kreis herum. Schließlich musste er sie fortscheuchen. Sie landeten in einiger Entfernung und bewegten sich wieder im Kreis. Sie waren frei, sie waren losgebunden, sie waren freigelassen, und doch marschierten sie weiter im Kreis, als ob sie noch festgebunden wären.


Erkennen wir uns in diesem Bild? Wir sind frei, wir haben Vergebung unserer Schuld erlangt, wir sind Kinder Gottes, aber wir bleiben bei unserem alten Trott, an den wir uns gewöhnt haben.

Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht; steht nun fest und lasst euch nicht
wiederum unter einem Joch der Knechtschaft halten (Gal 5,1).